FineArtPrinter

Ausgabe 1/2010

Cover FineArtPrinter, Ausgabe 01/2010


 

 

Weshalb einen Monitor kalibrieren?

Tips von Heinz Jürgen Groß, DeltaE. Image Consulting (http://www.deltae-ic.de/),

Bei genauerem Hinsehen erweist sich die Monitorprofilierung als durchaus komplexes Thema, dem aber angesichts seiner Bedeutung für den gesamten Arbeitsablauf in der digitalen Bildproduktion eine hohe Aufmerksamkeit zusteht. Sicherlich beleuchtet auch der Artikel in FineArtPrinter Ausgabe 1/06 nicht alle Aspekte der Monitorprofilierung; vielleicht konnten wir aber Ihre Aufmerksamkeit auf bislang weniger bekannte Details lenken.

Die nachstehende Checkliste möge Ihnen jedenfalls den praktischen Umgang mit den Informationen dieses Beitrags erleichtern.

¨ Überprüfen Sie Ihren Bildschirm auf Sauberkeit und Reflexfreiheit. Wenn notwendig, reinigen Sie ihn und montieren Sie gegebenenfalls eine Streulichthaube.

¨ Warten Sie mit den nachfolgenden Schritten mindestens dreißig Minuten, damit sich die Bildwiedergabe stabilisieren kann.

¨ Passen Sie die Monitorhelligkeit an. Wenn möglich, benutzen Sie dafür Ihr Messgerät.

¨ Regeln Sie den Kontrast Ihres Monitors; achten Sie darauf, dass eine maximale Monitorhelligkeit von 130 cd/m2 nicht überschritten wird, wenn Sie den Bildschirm zur Beurteilung von Ausdrucken verwenden möchten. Für Webanwendungen empfiehlt sich die Erstellung eines separaten Profils.

¨ Für das Monitorgamma hat sich 2,2 als guter Startwert erwiesen; bei Problemen mit streifigen Grauverläufen lohnt das Experimentieren mit diesem Parameter.

¨ Wählen Sie den Weißpunkt. 5.000 K ist die Standardempfehlung; beurteilen Sie Druck-Erzeugnisse möglichst unter Normlicht.

¨ Starten Sie Ihre Software; kalibrieren und profilieren Sie Ihren Monitor.

¨ Überprüfen Sie die Graubalance und achten Sie auf Bandingprobleme; die Datei »Balance.jpg« hilft bei der Beurteilung.

¨ Überprüfen Sie die Farbwiedergabe anhand eines profiliert ausgegebenen Prints. Verwenden Sie möglichst ein Motiv, das Ihre Aufgabenstellung möglichst gut repräsentiert, und stellen Sie sicher, dass der verwendete Referenzprint auf einem gewissenhaft profilierten System erstellt wurde.

¨ Passen Sie – wenn nötig – Vorgabewerte wie Gamma, Luminanz und Weißpunkt an, und erstellen Sie ein neues Profil. Änderungen des Weißpunktes um 100 Kelvin sind noch gut sichtbar; leider lassen nicht alle Kalibrierlösungen solch feine Korrekturschritte zu.

¨ Denken Sie daran, Ihr Profil in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

¨ Als Vorstufe zur Kalibrierung haben wir zwei Testmotive für Sie zusammengestellt. Offnen Sie diese Motive im Bildbearbeitungsprogramm auf Ihrem Rechner und lesen Sie die Anleitung. Dann erfahren Sie schon sehr viel über die Qualität Ihres Monitors.

Testmotive Bildschirm.zip

   

Papier fasziniert


Über unser Schwester-Magazin novum — World of Graphic Design kam ein Illustratorin und bat mich, ihr einige Papiere zu zeigen, die wir bedrucken. Strukturierte Canson und Hahnemühle-Papiere fand sie ganz, ganz toll. „Das ist wie früher, als ich noch alles auf Papier gezeichnet habe.“ Ich druckte einige ihrer Photoshop-Dateien im Format A3+ und sah jemand fasziniert und berührt zugleich das Papier streicheln. Schade, dass nur so wenige Bilder tatsächlich wieder gedruckt werden und schade, dass viele potentielle Anwender noch gar nichts von den möglichen Qualitäten ahnen.

Ihr Hermann Will
Chefredakteur FineArtPrinter
 

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