
Papierproduktion bei Hahnemühle in Dassel. Die teils historischen Produktionsanlagen ermöglichen die Produktion auch kleinster Chargen und individueller Papierrezepturen
Die Geschichte der Hahnemühle
Wenn wir heute eine Packung PhotoRag oder White Etching Satin öffnen, dann nutzen wir ein innovatives Medium mit großer Vorgeschichte. Speziell die Papiere von Hahnemühle, das Unternehmen ist im Markt für Digital-Fine-Art-Papiere Weltmarktführer, haben teilweise eine weit zurück reichende Tradition. Anlässlich einer Jubiläums-Pressekonferenz informierte das Unternehmen über aktuelle Produktneuheiten wie das auf Zuckerrohrfasern aufbauende neue Papier „SugarCane“, das als warmtoniges Naturpapier für Fine-Art-Printing im März 2009 neu am Markt vorgestellt wurde. In seinen Erläuterungen stelle Geschäftsführer Jörg Adomat auch das innovative Rahmensystem Gallery Wrap vor, mit dem sich Canvas-Drucke schnell und ohne Komplikationen auf Rahmen aufziehen lassen. Eine weitere Produktneuheit anlässlich des 425jährigens Bestehens ist die Jubiläumskassette wahlweise mit 50 Blatt Fine-Art Baryta, PhotoRag Ultrasmooth oder Bamboo erhältlich. Angesichts der edlen Verarbeitung dieser schwarz belederten Kassette gibt FineArtPrinter in der Ausgabe 2/09 vom 26. März die Empfehlung „Kaufen“. Ein weiterer Programmpunkt anlässlich des Jubiläums ist der Fotowettbewerb „Für Originale“, den Hahnemühle weltweit ausschreibt und bei dem Preise im Wert von 36.000 Euro ausgelobt sind. Einsendeschluß ist der 30. Juni 2009. Detaillierte Auscschreibungsunterlagen finden Sie unter
http://www.hahnemuehle.com/site/de/1896/photo-award-2009.html
Die Papiermachergeschichte
Angesichts der aus unserer schnelllebigen Welt beinahe unvorstellbaren Firmengeschichte von 425 Jahren lassen wir Sie Teilhaben an dieser hoffentlich noch lange währenden Papiermachergeschichte.
Alles begann am 27. Februar 1584 als der Herzog von Braunschweig dem Papiermacher Merten Spieß das Recht zur Errichtung einer Papiermühle in Reylingehausen (Relliehausen) bei Dassel gewährte. In der folgenden Zeit wuchs am Fuße des Sollings die „Reylingehäusische Papiermühle“ und war 185 Jahre – bis zum August 1769 – im Besitz der Familie Merten Spieß und ihren Nachfahren.
1769 wurde die Papiermühle von der Familie Andrae gekauft, die sie bis zum Jahr 1884 weiterführte. Nur zwei Jahre war die Papiermühle im Besitz eines Herrn Heinemann, welcher den Betrieb 1886 an Carl Hahne verkaufte. Dieser gab der Firma den bis heute wohlklingenden Namen „Büttenpapierfabrik Hahnemühle“.
Im Jahr 1902 wurde die Hahnemühle in eine GmbH umgewandelt und fusionierte mit der Firma Schleicher & Schuell aus Düren. 1927 wird Schleicher & Schuell alleiniger Besitzer der Hahnemühle und integriert die Papierfabrik in die Schleicher & Schuell-Gruppe. Am1. Juli 2002 wurde der alte Name Hahnemühle in Hahnemühle FineArt GmbH umgewandelt. Im Jahr 2004 wurde die Hahnemühle aus dem Schleicher & Schuell Firmenverbund herausgelöst und ist seither eigenständig.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Papiermühle ein kleiner Hersteller von handgeschöpften Papieren mit weniger als 15 Mitarbeitern. Die Hauptprodukte waren feinste Schreib- und Dokumentenpapiere. Bis zur Übernahme durch den Namensgeber Carl Hahne gab es vier Handschöpfbütten in der Hahnemühle für die Papierproduktion. Unter Carl Hahnes Ägide begann die Produktion von hochreinen Filterpapieren für analytische Laboruntersuchungen und die Hahnemühle wuchs - bis zum Jahr 1920 beschäftigte das Unternehmen etwa 120 Mitarbeiter.
Pionier bei maschineller Fertigung säurefreier Papiere
In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nahm die Künstlerpapierproduktion zu, gleichzeitig hielt die Industrialisierung bei Hahnemühle Einzug. Die erste Rundsieb-Papiermaschine wurde installiert und eine Langsiebpapiermaschine folgte. Trotz der zunehmenden maschinellen Produktion, wurden bis 1960 einige hochwertige Papiere komplett von Hand gefertigt.
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte die Hahnemühle das erste säurefreie und damit höchst alterungsbeständige Papier, das maschinell gefertigt werden konnte. Seit den späten 90er Jahren des vergangen Jahrhunderts gilt die Hahnemühle als Erfinder der Fine-Art-Inkjet Papiere – sie veredelt seither echte Künstlerpapiere mit einer Premium-Beschichtung für den modernen Tintenstrahldruck.
Seit 425 Jahren am gleichen Standort
Heute ist die Hahnemühle eine der ältesten Papierfabriken der Welt und produziert seit 425 Jahren am gleichen Standort. Neben der Herstellung von traditionellen und digitalen Künstlerpapieren liegt der Fokus auf der Entwicklung und Produktion technischer Spezialpapiere für Industrie und Forschung. Die Hahnemühle Digital FineArt Collection ist Weltmarktführer bei hochwertigen Inkjet-Papieren. Das Unternehmen beschäftigt derzeit weltweit rund 150 Mitarbeiter und hat Tochterfirmen in Groß Britannien, Frankreich, den USA und Spanien.

Bei der Hahnemühle-Jubiläumspressekonferenz: Friedrch Nebel, Technischer Geschäftsführer der Hahnemühle, Jörg Adomat, Sprecher der Geschäftsführung und Pressesprecher Stephan Freist.
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