Leica Q2 Monochrom

47,3 MP für Graustufen:

Hart im Nehmen. Das minimalistisch wirkende Gehäuse der Q2 Monochrome ist wettergeschützt

Eine Kompaktkamera für 5600€? Wenn es eine Leica ist, dann wird es ein Erfolg. Jedenfalls hat das puristische Kamerakonzept der Leica „Q“ schon viele Käufer gefunden. Vor 18 Monaten wurde die Q2 vorgestellt und nun die Q2 Monochrom mit 47,3 Megapixel, ausschließlich für die Umsetzung der Graustufenwerte. Bildrauschen ist damit unter normalen Lichtverhältnissen kein Thema mehr und selbst mit ISO 50.000 kann immer noch in erstaunlicher Qualität fotografiert werden.

Made in Germany hat seinen Preis. Da das puristische Konzept der Vollformat-Kamera „Leica Q“ am Markt erfolgreich ist, wird auch die „Monochrom“ ein Erfolg. Auf die RGB-Filter, die sonst auf einem Sensor sitzen, verzichtet also die Q. Farbwerte für benachbarte Pixel interpolieren ist also bei der Q nicht erforderlich. Jedes der 47,3 Millionen Sensorelemente ist ausschließlich für die Umsetzung in Graustufen zuständig. Dass man mit dieser Auflösung auch digitalen Zoom bieten kann, haben die Produktentwickler konsequent umgesetzt. Neben der optischen Brennweite von 28 mm gibt es den digitalen Zoom auf 35, 50 und 75 mm. Die Speicherung der gewählten Ausschnitte erfolgt in den reduzierten Auflösungen von 30, 15 oder 7 Megapixel beim 75mm-Zoom. Dabei wird das DNG-File der Aufnahme jedoch grundsätzlich als Gesamtbild in voller Auflösung gespeichert. Wer also im Nachhinein mit den Ergebnissen des digitalen Zooms nicht 100% zufrieden ist, nimmt sich das DNG-File vor und greift in das komplette Bild ein.

Die Rückkehr der Farbfilter: Gelb, Grün Orange

Dem puristischen Design der Q2 Monochrom fiel offensichtlich auch der rote Punkt zum Opfer. Den sucht man vergeblich. Zurückhaltendes Schwarz bestimmt das Erscheinungsbild. Der Touchscreen der Leica Q2 Monochrom ermöglicht den direkten Zugriff auf die wichtigsten Funktionen in einem übersichtlichen Menü. Ganz bewusst wurden auch alle anderen Menüs verschlankt. Denn bei der monochromen Kamera kann auf sämtliche Farbeinstellungen verzichtet werden.

Die Vorzüge des fest eingebauten Leica Summilux 1:1.7/28 ASPH liegen in exzellenter Abbildungsleistung bei hervorragenden Handling-Eigenschaften. Der Dynamik-Umfang wird mit 14 Blendenstufen angegeben. Die Kamera speichert die DNG-Files mit 14 Bit und unterstützt neben dem sRGB-Farbraum auch Adobe RGB und ECI RGB V. 2.0.

Der innovative OLED-Sucher der Q2 Monochrom wird aktiviert, sobald die Kamera am Auge ist und zeigt das Motiv jederzeit exakt und ohne wahrnehmbaren Zeitversatz an. Die hohe Auflösung und die OLED Technologie vermitteln eine verbesserte Bildtiefe und erhöhten Kontrast, denn im Sucher der Q2 Monochrom wird die Helligkeit jedes einzelnen Bildpunktes angepasst – im Gegensatz zur LCD-Technologie, bei der nur ganze Bildbereiche verdunkelt werden können. Durch den Schutz gegen Staub und Spritzwasser nach dem IP52-Standard ist die Leica Q2 Monochrom auch bei widrigen Umweltbedingungen einsatzbereit. Weder Nieselregen noch kurze Regenschauer machen der Kamera etwas aus. Mit der Leica Q2 Monochrom kommen Farbfilter wieder in den Fokus der Fotografen. So werden drei neue, speziell für die Monochrom gerechnete Farbfilter mit Gewinde E49 in Gelb, Grün und Orange als Zubehör angeboten, mit denen der Anwender die Grauwertverteilung klassisch durch vorgesetzte Filter beeinflusst.

Kommentar von Hermann Will

Q2 Monochrom: Der Print als Qualitätsmaßstab

Dass der Print seit mehr als 190 Jahren das Fundament der Fotografie bildet, ist mit Einführung der digitalen Fotografie vielfach ignoriert worden. Doch wozu kauft sich jemand eine Kamera mit mehr als 20 MP Auflösung, wenn er eh kein Bild druckt? Zeiss hat mit der ebenfalls brandneuen ZX1 und auch 6000€ teuren Kamera den Slogan „Shoot.Edit.Share“ bemüht. Sagt nichts über Qualität und gilt auch für jedes Smartphone. Leica geht da wesentlich deutlicher in den Qualitätsbeweis. Auf der Website von Leica gibt es ein Interview mit dem Produktmanager der Leica Q, Peter Kruschewski. Der greift auf die Frage nach der Qualität der neuen Kamera zum Print und erläutert die Details anhand des Druckes. Der Print lügt nicht.  Nachdem aktuell Fake-News selbst durch den US-Präsidenten in die Welt gebracht worden, gewinnt das gedruckte Bild als eine neue Qualitätswährung an Beweiskraft.